Geladen hatte die reformierten Kirchgemeinden der Stadt Bern, die den dreitägigen Grossanlass gemeinsam mit zugewandten Kirchen und Institutionen auf die Beine gestellt hatten. Ziel des schweizweit einmaligen Festes war, die Kirche und ihre vielfältigen Aufgaben und Engagements auf die Strasse zu bringen, und in allen ihren Facetten sichtbar zu machen. Dies sei, so das positive Fazit von Judith Pörksen Roder, Sprecherin des Organisationskommittees und Leiterin der reformierten Fachstelle Gemeindeleben, weitgehend gelungen.
Glockenspiel zum Auftakt
Den Auftakt bildete am Freitagabend das viertelstündige Glockenspiel aller Stadtberner Kirchen. Im Anschluss daran öffneten die Gotteshäuser ihre Türen für alle Interessierten und boten am Samstag ein buntes Programm an laut Veranstaltern gutbesuchten Workshops, Konzerten und Vorträgen. Gleichzeitig machten die Kirchen und zugewandte Institutionen auf den Strassen und Plätzen Berns mit Informationsständen, Konzerten und anderen Aktionen sichtbar, was sie alles in der Gesellschaft leisten.
Nicht nur eitel Sonnenschein: Die Kirche muss sparen
Sichtbarkeit tut not: So ist der Hintergrund des himmlischen Festes nicht nur heiter. Der Grossanlass ist Teil des vom grossen Kirchenrat beschlossenen Strukturdialogs. In dem rund zweijährigen Prozess soll die Gestalt der heute aus 12 Kirchgemeinden bestehenden Gesamtkirchgemeinde reformiert werden. Zur Sanierung der Finanzen wurde beschlossen, die Liegenschaftskosten der Gesamtkirchgemeinde zu halbieren. Das Fest sollte als öffentliches Hearing die Meinung der kirchennahen wie kirchenfernen Bevölkerung zu den bevorstehenden strukturellen Änderungen abfragen.
Zu den Höhepunkten des Anlasses gehörte die grosse Arena-Diskussion «Himmlische Stadt-Irdische Kirche» am Freitagabend in der Französischen Kirche. Mehr als 450 Zuschauer verfolgten die Debatte unter der ebenso souveränen wie humorvollen Moderation von Sonja Hasler. Auf dem Podium diskutierten etwa die Berner Finanzdirektorin Beatrice Simon, Synodalratspräsident Andreas Zeller oder auch Pedro Lenz über die Zukunftsperspektiven der Berner Kirchen vor dem Hintergrund der bevorstehenden Sparmassnahmen.




