Bis Ende 2013 entstanden laut Sobbeck durch die in massgeblicher Verantwortung des zurückgetretenen Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst erfolgte Errichtung des Gebäudeensembles Gesamtkosten in Höhe von 31,3 Millionen Euro (32,8 Millionen Franken). Davon entfallen nach seinen Angaben gemäss handelsrechtlicher Zuordnung 28,5 Millionen Euro auf die Herstellung des Baus, auf Kunst und sonstige Ausstattungen 1,7 Millionen Euro und 1,1 Millionen Euro unter anderem auf Restaurierungsleistungen und Versicherungen.
Mehrkosten für Planungs- und Architektenleistungen
Von den angefallenen 28,5 Millionen Euro Herstellungskosten mussten nach Darstellung von Sobbeck fast 4 Millionen Euro ausserplanmässig abgeschrieben werden, weil ihre Aufwendung nicht zu einem substanziellen Gegenwert führte. Diese Abschreibungen umfassen zum einen überhöhte Nebenkosten der ausgeführten Planung im Umfang von 2,2 Millionen Euro. Hier handelt es sich um Mehrkosten für Planungs- und Architektenleistungen. Sie ergaben sich laut Sobbeck dadurch, dass bei Abrechnungen geltendes Honorarrecht verletzt wurde, und infolge einer Stückelung der Baumassnahme in kleinteilige Einheiten. Ausserplanmässig abgeschrieben werden mussten auch 950.000 Euro für Planentwürfe, die nicht realisiert wurden, und 780’000 Euro für Um-, Rück- und Wiederaufbauten in der Bauzeit.
Bistum forderte zu viel bezahltes Geld zurück
Sobbeck betonte, das Bistum begegne diesen Sachverhalten konsequent. Soweit durch ungerechtfertigte Abrechnungen von Planungsbeteiligten zu hohe Zahlungen geleistet worden seien, würden diese zurückgefordert. Er wies darauf hin, dass der Apostolische Administrator für das Bistum Limburg, Weihbischof Manfred Grothe, bei Gesprächen im Vatikan kirchenrechtliche Fragestellungen und auch die Frage nach einer materiellen Wiedergutmachung vorgebracht habe. Die dortigen Gesprächspartner hätten zugesichert, nach interner Abstimmung Antworten auf diese Fragen zu geben.
Insbesondere die Kosten für die Baumassnahme auf dem Domberg und die Verschleierung dieser Kosten hatten entscheidend zum Rücktritt von Tebartz-van Elst als Limburger Diözesanbischof am 26. März vergangenen Jahres geführt. (kath.ch)