Bedford-Strohm unterstreicht Wunsch nach gemeinsamem Abendmahl

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat in einer Rede vor Papst Franziskus den Wunsch nach einem gemeinsamen Abendmahl von Katholiken und Protestanten bekräftigt.

Zu Gast bei Papst Franziskus im Vatikan: Heinrich Bedford-Strohm. (Bild: Flickr/Christliches Medienmagazin pro)

Es sei eine «mitunter schmerzhafte Realität», wenn christliche Familien mit Angehörigen unterschiedlicher Konfession nicht gemeinsam zum Abendmahl gehen dürfen, sagte Bedford-Strohm am Montag bei einer Audienz im Vatikan.

Bedford-Strohm regte auch einen vertieften Dialog über die Bedeutung der Taufe an, um in der Ökumene voranzukommen. «Die Teilhabe am Taufsakrament bildet für alle Christen ein unlösbares Band», sagte der oberste Repräsentant der deutschen Protestanten vor dem katholischen Kirchenoberhaupt.

Bedford-Strohm schenkt Papst eine Lutherbibel

Papst Franziskus sagte, die wachsende Einheit von Katholiken und Protestanten schüre den Wunsch, neue Wege einzuschlagen. Die Christen beider Konfessionen müssten sich «mit all ihren Kräften darum bemühen, die noch bestehenden Hindernisse zu überwinden».

Franziskus sieht das Reformationsjubiläum als Gelegenheit, in der Ökumene einen weiteren Schritt vorwärts zu gehen. Christen dürften «nicht grollend auf die Vergangenheit schauen», sondern müssten den Menschen von heute wieder die grenzenlose Barmherzigkeit Gottes vor Augen stellen.

Als Gastgeschenk überreichte Bedford-Strohm, der im Anschluss von einer «sehr herzlichen Begegnung» sprach, dem Pontifex ein Exemplar einer Lutherbibel, die anlässlich des Jubiläums grundlegend überarbeitet worden war. Einer Widmung «in ökumenischer Verbundenheit» stellte er das Bibelwort «Ein HERR, ein Glaube, eine Taufe; ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen» (Epheser 4, 5-6) voran. (epd)