Bedford-Strohm für Islamunterricht an deutschen Schulen

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, fordert einen flächendeckenden Islamunterricht an deutschen Schulen. Junge Muslime könnten so vor einer möglichen Radikalisierung bewahrt werden.

Heinrich Bedford-Strohm: Islamunterricht als Präventionsprogramm.
Heinrich Bedford-Strohm: «Ich bete für die Opfer und Angehörigen». (Bild: Flickr/Anna Lutz)

Nach Ansicht des EKD-Ratsvorsitzenden ist der Islamunterricht «die beste Möglichkeit, junge Muslime immun zu machen gegen die Versuchungen von Fundamentalisten», heisst es auf evangelisch.de. Bedford-Strohm betonte, dass alle Religionen in Deutschland mit dem Grundgesetz vereinbar sein müssten: «Toleranz, Glaubensfreiheit und Gewissensfreiheit müssen für alle Religionen gelten. Diese Regeln kann man am besten vermitteln, wenn man Religion als Teil des staatlichen Bildungsauftrags sieht.»

Dafür müssten sich die muslimischen Gemeinschaften in Deutschland aber auch entsprechend organisieren: «Ich wünsche mir, dass die Muslime in Deutschland sich so aufstellen, dass es klare Ansprechpartner für den Staat gibt», sagte Bedford-Strohm. Dann könnten die islamischen Verbände den Religionsunterricht an den Schulen selbst verantworten.

Islamischer Religionsunterricht wird bereits an Schulen in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und im Saarland angeboten.