Die Abbaupläne treffen vor allem die evangelisch-reformierte Kirche. Im Kanton Bern gibt es über 300 reformierte Pfarrstellen. Der Kanton plant, 25 dieser Vollzeitstellen zu streichen. Es soll die Pfarrer-Garantie für kleine Kirchgemeinden aufgehoben werden. Kirchgemeinden, die bisher ihren eigenen Pfarrer hatten, müssten sich Kirche und Pfarrhaus mit Nachbargemeinden teilen. In gewissen Regionen – so etwa im Emmental, im Seeland oder im Oberland – dürfte sich dadurch die Anzahl eigenständige Kirchgemeinden halbieren, mutmasste die «Sonntagszeitung».
Es sei vor «massiven sozialen Folgen» zu warnen, «wenn mit den Kirchgemeinden auch noch der letzte Service public wegfällt, nachdem Post und Dorfläden schon zugegangen sind», sagte Andreas Zeller, Präsident des reformierten Synodalrates, gegenüber der Zeitung.
Berns Kirchen fordern vom zuständigen Regierungsrat Christoph Neuhaus «mehr Zeit und eine Umsetzung der Sparpläne, die den Kahlschlag auf dem Land verhindert».
In der Juni-Session werde das Kantonsparlament (Grosser Rat) entscheiden, «wie viele Stellen ab welchem Zeitpunkt effektiv eingespart werden müssen», erklärte Roman Mayer, stellvertretender Generalsekretär der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons Bern, gegenüber der Nachrichtenagentur «Kipa».
Im Herbst wird laut Mayer ein Bericht vorliegen, der das Verhältnis von Kirche und Staat im Kanton Bern beleuchtet. Erarbeitet wird er von der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion im Auftrag des Regierungsrates. – Im Kanton Bern sind im November 2013 massive Sparmassnahmen aufgrund eines hohen strukturellen Defizits eingeleitet worden. Bis 2017 soll das Budget um eine halbe Milliarde Franken entlastet werden.