Anlass der Heiligsprechung ist der 100. Jahrestag des Beginns des Massenmordes an den Armeniern im Osmanischen Reich. Am 24. April 1915 hatten Einheiten der Geheimpolizei in Istanbul mehr als 200 armenische Intellektuelle verhaftet und nach Anatolien deportiert, wo die meisten getötet wurden.
Insgesamt wird die Zahl der Todesopfer zwischen 1915 und 1917 auf 300’000 bis 1,5 Millionen geschätzt. Die grossen Unterschiede bei den Zahlen hängen auch mit ungenauen Bevölkerungsstatistiken zusammen. Die Kirche nennt selbst keine Zahl, wie viele Menschen heiliggesprochen werden.
Für die armenisch-apostolische Kirche ist die Feier auch aus einem anderen Grund bedeutsam: Seit rund 400 Jahren hat sie keine Person mehr für heilig erklärt. Das Verfahren und die Zeremonie mussten deshalb erst wieder neu festgelegt werden. Bisher feierte die altorientalische Kirche jedes Jahr am 24. April eine Seelenmesse für die Völkermordopfer. (kath.ch)