Antisemitismus auf Facebook steigt

Facebook hat in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 188 Beiträge in Deutschland gesperrt. Dabei handelte es sich um Hasskommentare und Leugnungen des Holocausts, wie das Unternehmen am Mittwoch (Ortszeit) in San Francisco mitteilte. Doppelt so viele wie im Vorjahr.

Facebook musste doppelt so viele antisemitische Beiträge wie im Vorjahr sperren.
Facebook musste doppelt so viele antisemitische Beiträge wie im Vorjahr sperren. (Bild: pxabay/bykst, CC0 Public Domain)

In den letzten sechs Monaten von 2014 hatte das soziale Netzwerk nach eigenen Angaben 60 Einträge in Deutschland gesperrt. Weltweit betrachtet stiegen die Einschränkungen stark an: Laut dem Bericht des Unternehmens wurden mit 20’568 Einträgen mehr als doppelt so viele eingeschränkt wie im zweiten Halbjahr des Vorjahres. Diese Inhalte hätten gegen lokales Recht verstossen.

Staat mischt sich in Facebook-Privatsphäre ein

Ebenfalls deutlich gestiegen sind dem Bericht zufolge die staatlichen Anfragen nach Daten von Nutzerkonten: Weltweit habe es insgesamt 41’214 Anfragen gegeben, 18 Prozent mehr als im zweiten Halbjahr 2014. Vor allem in den USA waren die Anfragen hoch: Hier forderten die staatlichen Stellen dem sozialen Netzwerk zufolge 26’579 Nutzerdaten an.

Am Dienstag sei bekanntgeworden, dass die Staatsanwaltschaft Hamburg Ermittlungen gegen den Nordeuropa-Chef von Facebook, Martin Ott, wegen des Verdachts auf Beihilfe zur Volksverhetzung eingeleitet hat. Ein Rechtsanwalt aus Würzburg hatte im Oktober Anzeige erstattet. Er habe Hasskommentare auf Facebook gemeldet, diese habe das Unternehmen aber nicht gelöscht. (epd)