Alle 40 Sekunden stirbt ein Mensch durch Suizid

Suizid gehört zu den weltweit häufigsten Todesursachen. Die Weltgesundheitsorganisation ruft deshalb zu verstärkten Anstrengungen bei der Prävention auf. Viele Selbsttötungen könnten verhindert werden.


Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die hohe Zahl von Suiziden beklagt. Alle 40 Sekunden sterbe ein Mensch durch Selbsttötung, erklärte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am 9. September in Genf. Weltweit kamen 2016 den Angaben zufolge 10,5 Suizide auf 100’000 Menschen.

Anlässlich des Welttages zur Suizidprävention am 10. September betonte Tedros, dass jeder Tod eine Tragödie für die Familie, für Freunde und Kollegen sei. In den reichen Ländern sei die Suizidrate mit 11,5 pro 100’000 Einwohner am höchsten. Zudem kämen dort nahezu drei Mal mehr Männer als Frauen durch Suizid ums Leben.

Unter jungen Menschen im Alter von 15 bis 29 Jahren ist Suizid gemäss den WHO-Angaben die zweithäufigste Todesursache. Nur durch Verkehrsunfälle sterben demnach mehr junge Menschen.

Rudimentäre Datenlage

In der Schweiz ist die Suizidrate ab 1980 kontinuierlich gesunken. Seit 2010 hat sie sich bei durchschnittlich 11 Todesfällen pro 100’000 Einwohner stabilisiert. Auch hier ist die Suizidrate der Männer rund dreimal so hoch wie die der Frauen – 2015 lag sie bei 16,6 Todesfällen pro 100’000 Männer und bei 5,7 Todesfällen pro 100’000 Frauen.

Allerdings weist das Bundesamt für Gesundheit darauf hin, dass die verfügbaren Informationen rudimentär sind. So verfügten nicht alle Kantone über Suizidstatistiken, die detailliertere Informationen enthalten.

Warnzeichen ernst nehmen

Suizide könnten verhindert werden, unterstrich der WHO-Chef. Jedes Land müsse wirksame nationale Strategien zur Suizidprävention umsetzen. Weltweit verfügten aber nur 38 Staaten über entsprechende Strategien. So müssten junge Menschen lernen, wie sie Stress bewältigen können. Zudem müssten Warnzeichen bei potenziellen Selbsttötungen ernst genommen werden.

Auch müsse der Zugang zu Schusswaffen und hochgiftigen Pestiziden erschwert und blockiert werden. In Sri Lanka und Südkorea hätten Verbote von Pestiziden zu einem starken Rückgang von Suiziden geführt. (epd/vbu)