AG: Spitze des reformierten Kirchturmes von Oberentfelden abgebrochen

Grosses Glück haben am Donnerstag, 18. Juli, die Besucher einer Trauerfeier in der reformierten Kirche Oberentfelden AG gehabt. Nur zwei Stunden vor der Beerdigung war die Spitze des Kirchturmes zu Boden gestürzt. Verletzt wurde niemand. Die Staatsanwaltschaft Aarau/Lenzburg hat Ermittlungen aufgenommen.


Ein Polizeisprecher bestätigte einen Bericht der Online-Ausgabe der «Aargauer Zeitung». Bilder zeigen das rund 2,5 Meter lange und rund 100 Kilogramm schwere Teil am Boden, neben dem Kirchenschiff liegend.

Die Metallkappe war auf ein Holzteil aufgesetzt gewesen. Dieses wurde offensichtlich morsch. Das heruntergefallene Teil wurde später von einem Pannendienst-Fahrzeug abgeschleppt. Eine Untersuchung wurde eingeleitet

Fest steht, dass man bei der Kirchgemeinde seit Montag wusste, dass mit dem obersten Teil des Turmes etwas nicht stimmt. «Wir wurden unterrichtet, dass die Spitze eine leichte Schräglage aufweist», sagte das für Bauten zuständige Kirchenpflegemitglied Markus Müller auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Er habe die Sache darauf mit dem Architekten und einem Spengler vom Boden her angeschaut. Weil sich die Krümmung in den Tagen danach nicht veränderte, habe man keinen unmittelbaren Handlungsbedarf gesehen, sagte Müller.

Die reformierte Kirche von Oberentfelden war zuletzt in den Jahren 2000/2001 mit einem Aufwand von rund einer Million Franken saniert worden. Vor allem das Dach war beim Sturm Lothar von 1999 stark beschädigt worden.

Die Staatsanwaltschaft Aarau/Lenzburg habe erste Ermittlungen aufgenommen, sagte Daniel von Däniken von der Aargauer Staatsanwaltschaft am 19. Juli auf Anfrage. Derzeit werde geprüft, ob eine strafrechtliche Relevanz vorliege und ob möglicherweise Rechtsnormen verletzt worden sein könnten.