AG: Reformierte ziehen sich aus ökumenischer Jugendberatung zurück

Seit 40 Jahren tragen im Raum Aarau Refomierte und Katholiken gemeinsam den Regionalen Jugendberatungsdienst Aarau (RJD). Nun zieht sich der reformierte Partner per Ende 2014 aus der Trägerschaft zurück.


Paul Knoblauch, Präsident des (reformierten) Vereins für Regionale Jugendarbeit des Dekanates Aargau, bestätigte am Freitag einen Bericht der «Aargauer Zeitung».

Die reformierten Kirchgemeinden wollen sich nicht mehr am Beratungsdienst beteiligen und ziehen sich per Ende 2014 aus der Trägerschaft zurück, heisst es in dem Bericht. Der Beschluss fiel an der letzten Delegiertenversammlung des Vereins.

Eigene Angebote und Sparbemühungen
Die Reformierten zögen sich nicht zurück, weil Jugendliche heute keine Probleme mehr hätten, sagte Knoblauch gegenüber der Presseagentur Kipa. Der Grund sei vielmehr, dass verschiedene reformierte Kirchgemeinden in den vergangenen Jahren eigene Angebote für Jugendliche eingerichtet hätten.

Hinzu käme, dass heute Beratungsangebote der öffentlichen Hand existierten. Ein weiterer Grund seien jedoch auch finanzielle Erwägungen, räumte Knoblauch ein. Die Frage, ob es den RJD noch brauche, sei in den vergangenen Jahren immer wieder ein Thema an den Delegiertenversammlungen gewesen.

Jährlich berät der RJD rund 100 Jugendliche und ihre Familien. Die Kosten dafür belaufen sich auf 350‘000 Franken. Nach Angaben von Knoblauch wurden diese jeweils ungefähr zur Hälfte von den beiden Konfessionen getragen.

Laut dem Bericht wollen die Katholiken die Beratungsstelle weiterführen. Man sei nach wie vor davon überzeugt, dass der Jugenberatungsdienst nötig sei, sagte Anita Panzer, Medienverantwortliche des Pastoralraums Region Aargau, gegenüber der Zeitung.

Der RJD existiert seit 1974. Entstanden ist die Beratungsstelle aus der Jugendarbeit der reformierten und katholischen Kirchen im Raum Aarau. Die bislang ökumenische Beratungsstelle wird getragen von der katholischen Kreiskirche Aarau mit fünf Kirchgemeinden und dem Verein Regionale Jugendarbeit des Dekanates Aarau, dem zehn reformierte Kirchgemeinden angehören.