8‘000 Menschen bei Trauerfeier für Ökumene-Kardinal

Rund 8‘000 Menschen, darunter rund 300 Ehrengäste, haben nach Polizeiangaben an der Trauerfeier zur Beisetzung von Kardinal Karl Lehmann teilgenommen.


Der Mainzer Dom sei schon lange vor Beginn des Gottesdienstes für Kardinal Karl Lehmann mit 1‘300 Trauergästen besetzt gewesen, sagte ein Polizeisprecher am 31. März dem Evangelischen Pressedienst (epd). In einem feierlichen Trauerzug wurde der schlichte Holzsarg im Schritttempo durch die von schweigenden Menschen gesäumten Gassen der Mainzer Altstadt gefahren. 350 ausgewählte Teilnehmer zogen von der Augustinerkirche zum Bischofsportal des Mainzer Doms.

Fahnenträger eröffneten den Trauerzug, hinter ihnen gingen Messdiener. Dann folgten Priester und Mitglieder von leitenden Bistumsgremien, den Domkapiteln. Ihnen schlossen sich Vertreter der Ökumene und der evangelischen Kirchen an, darunter der Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm.

Übertragung auf Grossleinwand

Vor dem weissen Leichenwagen trugen ehemalige Bischofssekretäre die Insignien Lehmanns: Bischofsmütze, Stab und das Heilige Lektionar. Hinter dem Wagen beschlossen Angehörige und Mitarbeiter den Zug. Zum Trauergottesdienst im Dom reisten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und weitere rund 300 Ehrengäste an. Für Trauernde, die keinen Platz im Dom fanden, wurde der Gottesdienst auf einer Grossleinwand am Liebfrauenplatz übertragen.

Lehmann war am 11. März im Alter von 81 Jahren in seinem Mainzer Haus gestorben, nachdem er im Herbst 2017 einen Schlaganfall erlitten hatte. Der populäre Mainzer Bischof galt in den vergangenen Jahrzehnten als einer der bedeutendsten Repräsentanten der katholischen Kirche in Deutschland.

Fast 33 Jahre lang stand Lehmann an der Spitze des Bistums Mainz, von 1987 bis 2008 war er ausserdem Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. In seiner Amtszeit hatte sich Lehmann für Reformen in der katholischen Kirche und für einen Ausbau der Ökumene starkgemacht. (epd/pd)