In der Schweiz leben 600’000 Menschen in Armut

Rund 590'000 Menschen in der Schweiz haben 2012 ein Leben in Armut geführt. Dies teilte das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag mit. Knapp 130'000 dieser Personen waren erwerbstätig. Besonders oft von Armut betroffen sind Alleinerziehende, Menschen mit geringer Bildung und Personen, in deren Haushalt niemand erwerbstätig ist. Seit 2007 hat die Armutsquote um 1,6 Prozentpunkte abgenommen.

Wenn das Geld nicht reicht: Besonders betroffen von Armut sind Alleinerziehende und Menschen mit geringer Bildung. Bild: Mattes/Wikimedia

In der Schweiz waren 2012 590’000 Menschen von Einkommensarmut betroffen. Dies entspreche 7,7 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung, so die Mitteilung weiter. Im Vergleich zum Vorjahr (7,4 Prozent) habe sich die Armutsquote kaum verändert. Seit 2007 habe sie dagegen um 1,6 Prozentpunkte abgenommen.

Als arm gelten laut BFS Personen, «die nicht über die finanziellen Mittel verfügen, um die für ein gesellschaftlich integriertes Leben notwendigen Güter und Dienstleistungen zu erwerben». Die durchschnittliche Armutsgrenze betrug für eine Einzelperson rund 2’200 Franken pro Monat und für zwei Erwachsene mit zwei Kindern rund 4’050 Franken.

Zu den Risikogruppen zählen laut BFS Alleinerziehende mit einer Armutsquote von 16,5 Prozent, alleinlebende Erwachsene (17,9 Prozent), Personen mit geringer Bildung (13,9 Prozent) sowie Personen in Haushalten ohne Erwerbstätige (20,2 Prozent).

Arbeit kann vor Armut schützen

Die eigene Erwerbstätigkeit könne vor Armut schützen, schreibt das BFS weiter. So lag die Armutsquote der erwerbstätigen Bevölkerung mit 3,5 Prozent markant tiefer als die Armutsquote der nichterwerbstätigen Personen, die 15,7 Prozent betrug. Dennoch waren 2012 rund 130.000 Personen trotz Erwerbstätigkeit arm. Die Armutsquote der Erwerbstätigen ging seit 2007 um 1,3 Prozentpunkte zurück.