Genau genommen besteht die Stille hier aus vielen kleinen Geräuschen. Ein beständiges Rascheln von Zeitungen, gedämpfte Unterhaltungen, unterdrücktes Hüsteln, das Aufreissen von Rahmdeckelis und Wühlen in Handtaschen. Nur die Handys schweigen, immerhin.
Auch die vorüberziehende Landschaft ist still. Wer ihr folgt, gleitet allmählich in einen Zustand der Entspannung. Die Fahrgeräusche des Zuges beruhigen, sie erinnern an Meeresrauschen. Einen Moment lang sinkt man weg, lässt sich tragen, geborgen im Bauch des Zuges, ganz kindliches Vertrauen.
Unmerklich hat sich die Landschaft draussen aufgelöst und ist den Farben des Halbschlafs gewichen. Ein Weilchen ist man irgendwo, ein paar Minuten gibt es keinen angenehmeren Ort als diesen. Dann neigt sich der Zug bedächtig, geht in eine Kurve, und die WC-Tür draussen im Gang fällt krachend ins Schloss. Man schreckt auf, reibt sich verwundert die Augen. «Kaffe, Mineral, Gipfeli», tönt es neben einem. Man entscheidet sich dankbar für einen doppelten Espresso.
Nächster Raum der Stille: Schweben im Floating-Tank