Zürich Open Air: Liegengelassene Zelte für Pfarrer Sieber

Das Zürich Open Air, das an diesem Wochenende in Rümlang stattfindet, will die liegengelassenen Zelte den Obdachlosen überlassen. Am kommenden Montag werden Angestellte der Sozialwerke Pfarrer Sieber das Gelände nach Brauchbarem absuchen.

Eine Zeltstadt in Oregon, USA.
(Bild Maria Thi Mai, Bureau of Land Management/Wikimedia)

Viele Festvialgelände gleichen jeweils nach dem Anlass einer Müllhalde. Auch auf dem Areal des Zürich Open Air blieb bei den bisherigen Ausgaben viel Abfall liegen – aber es blieben auch zahlreiche intakte Zelte zurück.

«Teilweise werden sehr gute Zelte liegen gelassen», sagte Open-Air-Sprecherin Claudia Wintsch gegenüber dem Regionaljournal Zürich-Schaffhausen von Radio SRF1 am Freitag. Man habe sich deshalb überlegt, wie diese weiterverwendet werden könnten.

Mit den Sozialwerken Pfarrer Sieber wurde ein dankbarer Abnehmer gefunden. Während den Obdachlosen im Winter der «Pfuusbus» offensteht, gibt es im Sommer kein Angebot für ein Dach über dem Kopf. Man werde die liegengebliebene Zelte deshalb einsammeln und den Obdachlosen abgeben, sagte Walter von Arburg, Sprecher der Sozialwerke, gegenüber dem Regionaljournal.

Zelten auf den Grundstücken der Sozialwerke

Es sei natürlich nicht die Absicht, dass die Obdachlosen nun wild campieren sollten, sagte von Arburg weiter. Sie sollen vielmehr auf Campingplätzen übernachten oder ihr Secondhand-Zelt auf einem Grundstück der Stiftung Ernst Sieber aufschlagen. Die Zelt-Wiederverwertung wird in diesem Jahr versuchsweise durchgeführt. Falls sie sich bewährt, könnte sich von Arburg vorstellen, auch andere Festivalgelände nach Brauchbarem abzusuchen.