Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) mit Sitz in Genf zeigt sich beunruhigt über die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative. Das Ja zur Begrenzung der Zuwanderung von Ausländern könnte «negative Auswirkungen» auf die in der Schweiz ansässigen internationalen Organisationen haben, teilte der Weltkirchenrat am 11. Februar mit.
«Wir stehen an der Seite unserer Mitgliedskirchen hier in der Schweiz, die sich klar dafür eingesetzt haben, dass die Schweiz auch weiterhin ein Ort sein muss, an dem Fremde willkommen sind», erklärte ÖRK-Generalsekretär Olav Fykse Tveit gemäss Mitteilung.
Personal aus verschiedensten Ländern
Der norwegische Pastor unterstrich, seine Organisation sei auf Personal aus zahlreichen verschiedenen Ländern angewiesen «und auf die unterschiedlichen Gaben, die sie mitbringen und die unserer weltweiten Kirchengemeinschaft Ausdruck verleihen». Damit dies so bleiben könne, wolle man von den Genfer und den Schweizer Behörden mehr über die Auswirkungen künftiger Gesetze erfahren. Dem ÖRK gehören orthodoxe und protestantische Kirchen an. Die römisch-katholische Kirche ist nicht Mitglied, arbeitet aber in verschiedenen Bereichen mit dem Weltkirchenrat zusammen.
Am 9. Februar hat das Schweizer Stimmvolk die Masseneinwanderungsinitiative der Schweizerischen Volkspartei mit 50,3 Prozent äusserst knapp angenommen. Damit muss in der Schweiz künftig die Zuwanderung von Ausländern wieder begrenzt werden.