Was Pfarrerinnen in den Wahnsinn treibt

Wie eine Trauerrede halten, wenn die Angehörigen einfach nicht den Mund aufmachen? Der Aargauer Pfarrer Dominique Baumann schildert in seinem Blog diese absurde Situation.

(Wikimedia/Bantosh)

Das kommt oft vor: Die Angehörigen hätten gerne, dass die Pfarrerin oder der Pfarrer bei der Abdankung einen Lebenslauf vorliest. Selbst haben sie keinen verfasst, also muss das die Pfarrerin machen. Aber bei jeder Frage zum Verstorbenen heisst es: «Aber schreiben Sie das bitte nicht!» Das geht dann so:

Angehörige: «Er ging gerne in den Wald spazieren und Pilze sammeln. Aber das mit den Pilzen müssen Sie nicht sagen.»

Pfarrer: «Hat er jemanden vergiftet?»

Angehörige: «Um Gottes willen, nein. Wir wollen einfach, dass Sie nichts darüber sagen.»

Diese Informationsverweigerung treibt die Pfarrerin, den Pfarrer in den Wahnsinn, denn was soll denn am Schluss in diesem Lebenslauf stehen? Und am Ende heisst es, der Lebenslauf sei zu unpersönlich verfasst…

Der Oftringer Pfarrer Dominique Baumann hat darüber einen kleinen, feinen Dialog geschrieben. Lesen Sie ihn hier.