Volketswil ZH: Erster islamischer Kindergarten geplant

Ein Verein will in Volketswil den ersten islamischen Kindergarten der Schweiz eröffnen. In der Gemeinde stösst der Plan auf Unverständnis, wie die Limmattaler Zeitung am 11. Februar berichtete. Doch ohne Bewilligung des Kantons laufe nichts, erklärte der Mediensprecher des Islamischen Zentrums.


Der muslimische Kindergarten soll im Islamischen Zentrum in Hegnau eröffnet werden. Das Islamische Zentrum bestätige, dass eine Anfrage des Vereins Al Huda vorliege, heisst es im Artikel der Limmattaler Zeitung. Die Pläne seien brisant, weil hinter dem Vorhaben mit der Konvertitin Melanie Muhaxheri zumindest eine Aktivistin aus dem Umfeld des radikalen Islamischen Zentralrats der Schweiz (IZRS) stehe. Auf dem Lehrplan sollen Prophetengeschichten statt Märchen stehen; die Kinder sollen Arabisch lernen und den Koran studieren, heisst es weiter.

Daniel Kientzler, Vorstandsmitglied und Mediensprecher der Stiftung Islamisches Zentrum, sagte gegenüber der Limmattaler Zeitung, dass die geeigneten Räumlichkeiten vorhanden seien. «Unsere Bedingung ist aber eine Bewilligung durch das Zürcher Volksschulamt. Wenn die nicht vorliegt, vermieten wir nicht.» Wenn sich der Lehrplan im Wesentlichen auf Arabisch und die Koranlehre beschränke, sehe er keine Chance für die Initianten, sagte Kientzler weiter. «Wir wollen radikalen Kräften wie dem IZRS keine Plattform bieten.» Auch bei einer Genehmigung durch den Kanton werde man noch eigene Nachforschungen anstellen, so Kientzler.

Martin Wendelspiess, Leiter des Zürcher Volksschulamts, schweige sich zum Stand des Verfahrens aus, schreibt die Limmattaler Zeitung. Er sage nur so viel: Je mehr Abweichungen vom Lehrplan bestehen würden, umso mehr Zeit nähmen die Abklärungen in Anspruch.

Kein Verständnis für die Pläne des Vereins Al Huda habe der Volketswiler Gemeindepräsident Bruno Walliser von der SVP, heisst es im Artikel weiter. «Der Kindergarten gehört zur Volksschule, und diese unternimmt grosse Anstrengungen, um Kinder aus anderen Kulturkreisen zu integrieren», sagte Walliser. Wenn nun aber Arabisch und der Koran auf dem Lehrplan stehen, würden die Kinder weiter separiert.