Der zwölfköpfige Bürgerrat habe Schwester Benedikta einstimmig bei einer Enthaltung gewählt, sagte Sergio Wyniger, Präsident der Bürgergemeinde Solothurn, am Montagabend an einer Medienkonferenz. Schwester Benedikta führe die Tradition der Einsiedelei von allen Bewerbenden am besten weiter. Sie verfüge über die notwendige Spiritualität.
Schwester Benedikta – ziviler Name: Franziska Sigel – wuchs in der Region Bern auf. Sie wohnt derzeit in Tersnaus GR. Sie führte in Bern fast 20 Jahre lang ein Offenes Haus für Kinder und Schüler in schwierigen Lebenssituationen.
Die ausgebildete Kleinkindererzieherin führt seit 2011 ein eremitisches Leben. Sie lebe zurückgezogen und bescheiden und bete am Tag mehrmals, sagte die etwas scheu wirkende Schwester Benedikta an der Medienkonferenz. Sie singe auch.
Sie wolle jedoch vermehrt für die Menschen da sein, deshalb habe sie sich für die Einsiedelei beworben. «Ich freue mich auf die Begegnungen mit den Menschen.» Schwester Benedikta hat vier erwachsene Kinder und ist geschieden.
Sie wird bereits ab Juli in der Verenaschlucht in einem Häuschen leben, das an einen Felsen angebaut ist. Zu den Aufgaben gehört die Pflege des Gartens, der Kontakt zu den Besuchern und die Betreuung der beiden Kapellen St. Martin und St. Verena.
Im März hatte die bisherige Eremitin, die 68-jährige Verena Dubacher, die Verenaschlucht aus gesundheitlichen Gründen verlassen. Die Einsiedelei St. Verena in Rüttenen gehört zu den touristischen Attraktionen der Stadt Solothurn. Die Verenaschlucht ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung und steht unter Denkmalschutz.