UNESCO erklärt Orgelbau und –musik zum Kulturerbe

Die UNESCO hat den Orgelbau und die Orgelmusik in Deutschland in die Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.


Auf die Liste des Immateriellen Kulturerbes schaffen es nur Traditionen, die «eine nachweisbare Lebendigkeit» und eine «identitätsstiftende Komponente» für eine Gemeinschaft haben. Auf dieser UNESCO-Liste stehen nun der Orgelbau und die Orgelmusik in Deutschland, wie die UNESCO am 7. Dezember mitteilte.

Über 50‘000 Orgeln seien in Deutschland im Einsatz. Laut UNESCO prägen dort tausende Menschen Orgelhandwerk und -kunst: Es gebe 400 handwerkliche Betriebe mit rund 2‘800 Mitarbeitern sowie 3‘500 hauptamtliche und zehntausende ehrenamtliche Organistinnen und Organisten.

Ein Instrument, das mit der Zeit geht

«Jede Orgel ist einzigartig, denn sie wird eigens für den Raum entwickelt, in dem sie später erklingt. Auch das jeweilige kulturelle und gesellschaftliche Umfeld spiegelt sich in ihrem Aussehen und ihrem Klang wieder», zitiert die Organisation Christoph Wulf, den Vizepräsidenten der Deutschen UNESCO-Kommission. Nicht zuletzt sei eine Orgel immer ein Produkt ihrer Zeit.

Orgel im oberbayerischen Wallfahrtsort Altötting. (Bild: Pixabay/Monikawl999)

Die Orgel und ihre Musik seien vor mehr als 2000 Jahren im hellenistischen Ägypten erfunden und über Byzanz nach Europa gelangt, schreibt die UNESCO weiter. Seit dem Mittelalter würden Orgeln aus Europa in viele Länder weltweit exportiert. Deutschland zähle zu den wichtigsten Ländern für die Weiterentwicklung des Orgelbaus und der Orgelmusik. Seit dem Mittelalter ist Orgelmusik auch Teil der kirchlichen Liturgie. Sie hat viele Komponisten, wie Bach, Liszt oder Mendelssohn-Bartholdy inspiriert.

Der UNESCO-Ausschuss entscheidet jährlich über die Aufnahme neuer Kulturformen in die Liste des Immateriellen Kulturerbes. Bisher sind laut UNESCO über 370 Traditionen auf dieser Liste. Dieses Jahr wurden neben der Orgelkultur auch die Basler Fasnacht und die neapolitanische Pizza aufgenommen.