Orgelbau und -musik als Unesco-Welterbe nominiert

Deutschland hat den Orgelbau und die Orgelmusik für die internationale Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit vorgeschlagen.

Die Orgel in der Stiftskirche Stuttgart, der Hauptkirche der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. (Bild: Wikimedia/Joachim Köhler)

Deutschland habe die Nominierung am Mittwoch bei der Unesco eingereicht, teilte die deutsche Unesco-Kommission in Bonn mit. Der zuständige zwischenstaatliche Ausschuss der UN-Kulturorganisation entscheidet den Angaben zufolge Ende 2017 über eine Aufnahme als immaterielles Kulturerbe. Der Orgelbau ist die zweite deutsche Nominierung für die Liste. Im vergangenen Jahr wurde bereits die Genossenschaftsidee vorgeschlagen.

Jährlich hundert neue Orgeln

In Deutschland gibt es laut deutscher Unesco-Kommission mit etwa 50‘000 Instrumenten die grösste Dichte an Orgeln sowie 400 Orgelbaubetriebe mit etwa 2‘800 Mitarbeitern und 3‘500 haupt- und ehrenamtlichen Organisten. Bundesweit werden den Angaben zufolge jährlich rund 100 Orgeln neu gebaut. «Jede Orgel ist ein Unikat, weil sie einzig für den architektonischen Raum erbaut wird, in dem sie erklingen soll», erklärte der Vizepräsident der deutschen Unesco-Kommission, Christoph Wulf.

Breites Kulturerbe

Seit 2003 fördert die Unesco den Schutz, die Dokumentation und den Erhalt von Kulturformen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Mehr als 350 Bräuche, Künste und Techniken stehen bereits auf der weltweiten Liste, darunter der Tango aus Argentinien und Uruguay, die traditionelle chinesische Medizin sowie die italienische Geigenbaukunst. (epd)