Die beiden Theologen Ekkehard und Wolfgang Stegemann fordern im Offenen Brief den Präsidenten des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, Gottfried Locher, und den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, auf, sich gegen diese «neu-alte Judenfeindschaft» des Weltkirchenrates zu wenden.
Die ÖRK-Abschlusserklärung eines Treffens von Kirchenrepräsentanten Ende Mai in Beirut überschreite jegliche bisher bekannte antiisraelische und antisemitische Propaganda des ÖRK, schreiben die beiden Theologen in einem am 4. Juni veröffentlichten Brief. Die Stellungnahme delegitimiere und dämonisiere den Staat Israel. Das Papier des ÖRK sei Ausdruck einer Erneuerung der alten christlichen Judenfeindschaft, die heute auf Israel gerichtet sei.
In der Erklärung von Ende Mai hatte der ÖRK Israel eine «Diskriminierungspolitik gegen Christen und Muslime» vorgeworfen. Jerusalem sei eine «besetzte Stadt», so der ÖRK. Die Stellungnahme ist das Ergebnis von Beratungen von Kirchenvertretern aus der Region und ÖRK-Repräsentanten. Thema war die Präsenz von Christen im Nahen Osten.