Tausende wollten Berns neues Haus der Religionen sehen

Das neue Haus der Religionen in Bern stiess bei der Bevölkerung auf grosses Interesse: Nachdem das Haus am Sonntagvormittag offiziell eingeweiht worden war, gingen Tausende durch das neue Gebäude, um sich davon ein eigenes Bild zu machen.

Das Haus der Religionen am Berner Europaplatz.
Das Haus der Religionen am Berner Europaplatz. (Bild: Haus der Religionen)

Die Interessierten standen bei einem Augenschein der Nachrichtenagentur sda am Sonntagnachmittag in einer langen Schlange vor dem Haus am Berner Europaplatz und warteten auf den Einlass. Ein Sicherheitsmann sagte, bis zu zwei Stunden lang hätten die Leute vor den Türen gewartet.

Die Veranstalter sprachen in ihrem am Abend verschickten Communiqué von mehr als 9000 Besuchern und Besucherinnen. Nach ihren Angaben mussten die Interessierten bis zu 30 Minuten auf Einlass warten.

Der Geschäftsführer des Hauses der Religionen, David Leutwyler, sagte, er habe mit einem grossen Interesse gerechnet, aber nicht mit einem so grossen. Maximal 2000 Personen durften sich aus Sicherheitsgründen zur selben Zeit im Innern des Gebäudes aufhalten.

Eingeweiht wurde das Haus nach Angaben des Präsidenten der Trägerstiftung, Guido Albisetti, indem Vertreter der acht am Haus beteiligten Glaubensgemeinschaften einen Segensspruch aussprachen. Zudem wurde ein Schlussstein gesetzt, der eine 2008 von allen beteiligten Gemeinschaften unterzeichnete Absichtserklärung zum Bau des Gebäudes enthält.

Fünf Sakralräume, dazwischen Dialogbereiche

Im neuen Haus der Religionen haben Christen, Muslime, Hindus, Buddhisten und Aleviten je einen eigenen Sakralraum eingerichtet. Damit sich die Angehörigen der verschiedenen Glaubensgemeinschaften treffen und begegnen können, werden die christliche Kapelle, die muslimische Moschee, der hinduistische Tempel, das buddhistische Zentrum und der alevitische Dergah durch je einen sogenannten „Dialogbereich“ auf den beiden Stockwerken des Hauses miteinander verbunden. Auch ein Restaurant und Seminarräume gehören zum Haus.

Insgesamt acht Religionen machen im Trägerverein des Hauses mit. Juden, Baha’i und Sikhs stellen sich also auch hinter die Idee des Hauses der Religionen. Sie haben aber darauf verzichtet, im neuen Haus einen eigenen Sakralraum einzurichten. Die christliche Kapelle teilen sich acht Gemeinschaften.

11,35 Millionen Franken hat das Haus nach neusten, aktualisierten Informationen der Trägerstiftung gekostet. Das sind 1,35 Millionen Franken mehr als bisher bekannt war. Die Mehrkosten gehen laut Albisetti auf zusätzliche Ausbauten zurück; auch diese Mehrkosten sind aber finanziell abgesichert. Laut Albisetti hat erst vor ein paar Tagen ein Mäzen 0,5 Millionen Franken gespendet. (sda)