Tessiner Landeskirche

Synode setzt Zeichen gegen Missbrauch

Die Evangelisch-reformierte Kirche im Tessin hat zur Bekämpfung von Missbrauch ihre Kirchenordnung angepasst. Zudem wird ein unabhängiges Beschwerde-Gremium ernannt.

Mit einem einstimmigen Beschluss der Synode hat die Evangelisch-reformierte Kirche im Tessin (CERT) ihre Kirchenordnung angepasst. Gemäss einer Medienmitteilung heisst es neu im ersten Artikel: «Die Evangelisch-reformierte Kirche im Tessin duldet keine Verletzungen der persönlichen und intimen Integrität jeglicher Art: sexuelle Belästigung, Mobbing, Gewalt, Gewaltandrohungen, Verletzungen spiritueller Grenzen sowie Anspielungen darauf.»

Es folgen vier Artikel, in denen die konkreten Verpflichtungen definiert werden. Diese zielen darauf ab, dass alle Formen von Missbrauch bekämpft, der Schutz der Betroffenen gefördert und die Rolle der Pfarrpersonen, Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen bei präventiven Massnahmen festgelegt werden. 

Das höchste Gremium der CERT, bestehend aus den Delegierten der regionalen Kirchgemeinden und ihren Pfarrern, hatte sich in einem mehr als einjährigen Prozess mit dem Thema Missbrauch befasst. In der Medienmitteilung zeigt sich CERT-Präsident Stefano D’Archino zufrieden mit dem Resultat: «Ich freue mich, dass es uns in kurzer Zeit und einstimmig gelungen ist, in unseren Vorschriften deutlich zu machen, dass die Kirche eine einladende und sichere Gemeinschaft für alle sein muss.»

Alle Mitarbeitenden und Personen, die Funktionen innerhalb der CERT haben, werden nun gebeten, ein Dokument zu unterzeichnen und damit zu bestätigen, dass sie die Änderung der Kirchenordnung zur Kenntnis genommen haben. 

Zudem hat die CERT-Synode beschlossen, ein von der Kirche unabhängiges Gremium zu ernennen, welches mögliche Beschwerden entgegennimmt und weiterverfolgt. (hz)