St. Galler Reformierte ringen um neues Reglement für den «Kirchenboten»

An der Synode der reformierten St. Galler Kirche in Wil gaben vor allem Vorlagen zur Kommunikation zu reden. Eine Reglementsanpassung der «Kirchenbote»-Kommission wurde nach Unklarheiten und Uneinigkeiten an die Verfasser zurückgeschickt – zur Nachbesserung.

Der neue Synodepräsident Urs Meier-Zwingli (l.) dankt seinem Amtsvorgänger Renato Tolfo. (Bild: Andreas Ackermann)

Auf dem Tisch der Synodalen lag nicht nur der Reglementsentwurf, sondern auch ein Postulat zur Gesamtkommunikation der Kantonalkirche. Dies warf die Frage auf, ob die beiden Dinge überhaupt unabhängig voneinander zu behandeln seien. Soll man das Reglement der «Kirchenbote»-Kommission überarbeiten, wenn sowieso die gesamte Kommunikation der St.Galler Kirche unter die Lupe genommen wird? Konkret möchte sich die Kommission verkleinern und dafür die einzelnen Mitglieder stärker in die Verantwortung nehmen. «Ziel ist es, die Kommission fit für die Herausforderungen moderner Medienarbeit zu machen», sagte deren Präsident Hans-Paul Candrian.

Die Synodalen aus St.Gallen-Straubenzell fanden Nein und stellten einen Antrag auf Nichteintreten. Trotzdem liess sich das Kirchenparlament auf die Detailberatung ein, wobei es unter anderem um die Zahl und Herkunft der Kommissionsmitglieder ging. Doch hier zeigten sich nicht nur Meinungsverschiedenheiten, sondern auch Unklarheiten in der Vorlage, weshalb das Geschäft kurzerhand an die Kommission zurückgewiesen wurde – mit dem Auftrag, im kommenden Winter eine widerspruchsfreie Version vorzulegen. Demgegenüber wurde das Postulat aus dem Rheintal zur Gesamtkommunikation beinahe einstimmig überwiesen. Infolgedessen wird der Kirchenrat nun eine weitere Kommission bilden, die diesen Bereich durchleuchtet und Änderungen vorschlägt.

Positive Rechnung und unsichere Aussichten

Noch bevor sich die Synode zur Kommunikation äusserte, befand sie über die höchst erfreuliche Jahresrechnung 2015. Bei einem Aufwand von 19,14 Millionen Franken und einem Ertrag von knapp 19,6 Millionen Franken schliesst sie rund 550’000 Franken besser als budgetiert. Auch der Finanzausgleichsfonds weist ein deutliches Plus aus. Seine Reserven können um 2,5 Millionen Franken aufgestockt werden. Diese seien in den nächsten Jahren nötig, sagte der für die Finanzen zuständige Kirchenrat Heiner Graf, da man davon ausgehe, dass wegen der Unternehmenssteuerreform III die Beiträge des Kantons um rund einen Drittel sinken würden.

Weniger erfreulich zeigte sich die Rechnung des «Kirchenboten». Diese schliesst bei einem Gesamtaufwand von rund einer Million Franken mit einem Minus von 80’000 Franken. Gründe dafür sind höhere Portokosten, gestiegene Druckkosten sowie Mehrkosten bei der Inbetriebnahme der neuen Webseite. Mit der Druckerei laufen bereits Verhandlungen zur Kostensenkung in der Druckvorstufe.

Namensvetter Zwinglis als Synodepräsident

Gleich zu Beginn der Sitzung bestellte die Synode ihr Präsidium für die nächsten zwei Jahre neu. Als Nachfolger von Renato Tolfo wurde Urs Meier-Zwingli gewählt, der bisherige Vizepräsident und Sozialdiakon aus St.Gallen-Straubenzell. Er freue sich, in der Zeit des Reformationsjubiläums dem Parlament vorzusitzen, erklärte Meier-Zwingli. Er hoffe, dass sich die Synode von Huldrych Zwinglis Wort leiten lasse: «Tut um Gottes Willen etwas Tapferes.» Neuer Vizepräsident wird Philipp Kamm, Synodaler aus Ebnat-Kappel und Präsident der Vorsynode Toggenburg. (fk)