Frauen zwischen 20 und 40 seien die Hauptbetroffenen vom «Sommer-Blues», wie Klaus Rütschi, Geschäftsführer der Dargebotenen Hand Zentralschweiz, gegenüber kath.ch sagt. Zur Trägerschaft der Dargebotenen Hand gehören die katholische und die reformierte Kirche.
Für manche ist der Sommer eine schwere Zeit: Sie verfallen in Traurigkeit, fühlen sich einsam und verlassen. «Wir spüren in dieser Zeit eine deutliche Zunahme von Anrufenden, die sich einsam und verlassen fühlen», so Rütschi. Das gewohnte Umfeld verändere sich für die Menschen aufgrund Ferienabwesenheiten von Bezugspersonen und das Leben finde vermehrt im Freien statt, was für Menschen, die alleine sind, nicht einfach sei. Denn sie sehen sich vermehrt mit ihrer sozialen Situation konfrontiert.
Während Menschen, die unter Winterdepressionen leiden, extrem müde seien und Heisshunger-Attacken hätten, erlebten Sommerdepressive oft das Gegenteil, stellen Psychiatrie-Forscher fest: Sie seien unruhig, schlafen sehr wenig und hätten kaum Hunger. Die meisten Betroffenen sind weiblich und zwischen 20 bis 40 Jahren alt. Die Verstimmung werde noch begünstigt durch die leichtere, sommerliche Kleidung. Dabei fielen die eigenen Problemzonen und die nicht vorhandene Bikinifigur mehr auf.
Glace gegen den Blues
Als einfache Mittel gegen den «Sommer-Blues» rät die Dargebotene Hand, Kontakte zu organisieren, Freunde zu pflegen, sich in der frischen Luft zu bewegen und mit Freunden Sommerkleidung zu kaufen. Ausserdem helfe es, mit dem schönen Wetter zu leben und sich «selbst-bewusst in eine schöne Umgebung oder an den See zu setzen oder eine Glace zu geniessen».
Rütschi warnt vor Langzeitfolgen der Belastung durch den «Sommer-Blues». Über seine Probleme zu sprechen sei für viele Menschen sehr schwierig und mit viel Scham verbunden. Als einer der Ansprechstellen für Hilfesuchende bietet sich die Dargebotene Hand an. (kath.ch)