Sind auf frühchristlichen Fresken Priesterinnen zu sehen?

In Rom wurden am Dienstag 19.11. die restaurierten Priscilla-Katakomben wiedereröffnet. Zwei der Fresken in den Grabkammern sind nach Ansicht der Befürworter der Priesterweihe von Frauen Belege für die Existenz von Priesterinnen im frühen Christentum.


Wie die US-Nachrichtenagentur AP berichtet, ist auf einem der beiden Fresken eine Frau, möglicherweise in einem Priestergewand, zu sehen, die die Arme wie Priester während einer Eucharistiefeier seitlich ausstreckt. Auf dem zweiten Bild sind mehrere Frauen an einem Tisch zu sehen, die demnach ein eucharistisches Mahl zu sich nehmen.

Der Vatikan widersprach dieser Deutung der beiden Bilder bei der Wiedereröffnung der Katakomben am Dienstag. Fabrizio Bisconti, der Superintendet der Päpstlichen Kommission für christliche Archäologie, nannte die Annahme, die Frauen auf dem Fresko würden ein eucharistisches Mahl zu sich nehmen, laut AP eine «Fabel, eine Legende». Vielmehr seien die Frauen bei einem Mahl nach einem Begräbnis zu sehen, und die Frau im vermeintlichen Priestergewand ist aus Sicht des Vatikans einfach eine Frau beim Beten.

Bei der Wiedereröffnung wurde ausserdem bekanntgegeben, dass Teile der Katakomben künftig über einen virtuellen Rundgang bei Google Maps zu besichtigen sein werden.