Sieber-Notschlafstelle: Keine Sogwirkung auf EU-Wanderarbeiter

Der ehemalige SP-Stadtrat Martin Waser warnte noch vor Eröffnung der Wanderarbeiter-Notschlafstelle «Iglu», dass dieses Angebot eine «Sogwirkung» auf Arbeitssuchende aus der EU haben werde. Stimmt nicht, sagen nun die Verantwortlichen der Sozialwerke Pfarrer Sieber am Ende der «Iglu»-Saison.


Wie die Sozialwerke Pfarrer Sieber in einer Mitteilung schreiben, verzeichnete die Notschlafstelle «Iglu» in der dreimonatigen Betriebszeit von Mitte Dezember bis März insgesamt 1086 Übernachtungen. Knapp 160 Personen nutzten das Angebot. Diese Zahlen würden belegen, dass der vom ehemaligen Stadtrat Waser erhobene Vorwurf, die Notschlafstelle locke Arbeitssuchende geradezu nach Zürich, nicht zutreffe.

«Wegen einer Matratze am Boden kommt niemand nach Zürich»
Die Übernachtungszahlen schwankte während den drei Monaten zwischen 5 und zwanzig Personen pro Nacht. Hätte das «Iglu» eine Sogwirkung gehabt, hätten die Belegungszahlen kontinuierlich steigen müssen: «Dies war aber nicht der Fall. Wegen einer am Boden liegenden Matratze in einem Massenlager kommt niemand nach Zürich», schreiben die Betreiber. Vielmehr sei es die Hoffnung auf Arbeit, welche die Menschen durch ganz Europa treibe. Die meisten Arbeiter in der Notschlafstelle «Iglu» kamen aus Rumänien, Spanien, Polen und Bulgarien.

«Pfuusbus» mit mehr Übernachtungen
Ebenfalls zu Ende ging am vergangenen Montag die «Pfuusbus»-Saison. Die laut eigenen Angaben «wichtigste Überlebenshilfe für Obdachlose in Zürich und Umgebung» verzeichnete trotz mildem Winter mit 3626 Übernachtungen einen Anstieg von 107 Übernachtungen gegenüber dem Vorjahr.