SG: Reformierte Kirche wird verkauft

Die reformierte Kirche von Kappel SG kann an einen Unternehmer verkauft werden. Mit 170 zu 73 Stimmen entschied sich die Kirchgemeindeversammlung am Sonntag, 30. März, für den Verkauf. Ein Antrag auf eine Urnenabstimmung war mit 131 zu 101 Stimmen abgelehnt worden.


Renata Riehm-Reiser, Medienbeauftragte der Kirchenvorsteherschaft der reformierten Kirchgemeinde Ebnat-Kappel, zeigte sich erfreut über das deutliche Resultat: «Ich bin froh, dass der Antrag angenommen und dass er so deutlich angenommen wurde», sagte sie am Sonntag, 30. März, gegenüber der Presseagentur Kipa. Die Kirchenvorsteherschaft sehe die schwindenden Finanzen und die Verzettelung der Kirchgemeinde, die bis anhin zwei reformierte Kirchen hatte.

Gegner enttäuscht
Eine Initiativgruppe hatte gegen den Verkauf gekämpft und deshalb den Antrag gestellt, das Anliegen mittels einer Urnenabstimmung zu entscheiden. Der Antrag wurde jedoch mit 111 zu 101 Stimmen abgelehnt. Nach diesem Resultat seien die Gegner des Verkaufs en bloc aufgestanden und hätten den Saal verlassen, sagte Riehm-Reiser. Hansjörg Bösch von der Initiativgruppe war am Sonntag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die Kirche kann nun dem Unternehmer Ralf-André Keller verkauft werden, der daraus ein Kultur- und Begegnungszentrum machen will. «Die Bevölkerung wünscht sich ein solches Zentrum», sagte Philippe Müller, reformierter Pfarrer von Ebnat-Kappel, am Sonntag, 30. März, gegenüber Kipa. Auch er zeigte sich erfreut über das deutliche Resultat. «Wir wollen uns nun auf einen Ort konzentrieren», so Müller. Eine Kirche genüge für die Gottesdienst-Bedürfnisse der 2300 Kirchgemeindemitglieder. Die Kirche von Ebnat sei nur einen Kilometer von derjenigen in Kappel entfernt.

Abschied würdig gestalten
Der Friedhof gehöre nach wie vor der Kirchgemeinde und werde von der politischen Gemeinde bewirtschaftet. Wenn diese den Friedhof eines Tages still legen wolle, so habe Keller nach Ablauf der 20-jährigen Grabesruhe ein Vorverkaufsrecht, erklärte Müller gegenüber Kipa. Ein Antrag auf Verlängerung dieser Frist war an der Versammlung abgelehnt worden. Die Kirchenglocken würden weiterhin die Stunden schlagen, ansonsten jedoch nicht mehr läuten. «Wenn Keller zusagt, wird die Kirche überschrieben, der Besitzerwechsel wird auf den 1. Juli erfolgen», erklärte Müller weiter. «Unsere Aufgabe wird es nun sein, einen Abschied in Würde zu gestalten», sagte der Pfarrer.