Schriftstellerin Judith Giovannelli-Blocher ist gestorben
Judith Giovannelli-Blocher lebte zuletzt mit ihrem Mann Sergio in einem Altersheim in Biel. In der Nacht auf den Samstag ist die Schriftstellerin im Alter von 91 Jahren gestorben, wie die Aargauer Zeitung berichtete.
Giovannelli-Blocher wurde als zweites von elf Kindern in Bonstetten im Kanton Zürich geboren. Zu ihren Brüdern gehörten der Alt-Bundesrat Christoph Blocher und Gerhard Blocher, der später Pfarrer wurde. Auch ihre Schwester Sophie Blocher ergriff eine Laufbahn als Geistliche.
Nach ihrer Ausbildung zur Sozialarbeiterin leitete Giovannelli-Blocher unter anderem die Schule für Soziale Arbeit Bern. Sie engagierte sich auch ehrenamtlich und war Präsidentin der Sozialkommission der Krebsliga. 2006 setzte sie sich gegen eine von ihrem Bruder Christoph Blocher angestrebte Verschärfung des Asylgesetzes ein.
1999 publizierte Giovannelli-Blocher mit «Das gefrorene Meer» ihren ersten Roman, weitere Werke folgten. Ihre Kindheit in einem protestantischen Pfarrhaus verarbeitete sie in der Autobiografie «Der rote Faden».
In einem Interview mit dem Magazin bref sagte Giovannelli-Blocher, dass die Religion für sie ein «Zentrum» ihres Lebens und ein «Ort der Zuflucht sei». Ebenso sei in der Religion ihr Engagement für die Benachteiligten begründet. Sie betonte aber auch, dass sie keine regelmässige Kirchgängerin mehr sei. «Ich erlebe die Kirche gesamthaft als kalt. Eiskalt.» Gleichzeitig geschehe in der Kirche bis heute viel «evangelische Liebestätigkeit», aus diesem Grund sei sie nicht ausgetreten. (no)