Reformierte LU: Noch kein Nachfolger für David A. Weiss

Die Synode der reformierte Kirche des Kantons Luzern hat die neue Verfassung verabschiedet und ihrem Präsidenten, David A. Weiss für 28 Jahre Arbeit im Synodalrat gedankt. Gleichzeitig verschob sie die Präsidentenwahl auf den Herbst. Die einzige Kandidatin, Tanja Steger, trat deshalb als Synodalrätin zurück.

Tanja Steger und David A. Weiss (im Vordergrund).
Tanja Steger und David A. Weiss (im Vordergrund). (Bild: zvg)

Die Wahl der einzigen Kandidatin wurde nach intensiver und emotional geführter Diskussion mit knapper Mehrheit auf die Herbstsynode verschoben. Die einzige Kandidatin Tanja Steger gab darauf ihren sofortigen Rücktritt bekannt. Dies teilte die Kirche am 18. Juni mit.

Nach letzten Anpassungen wurde zudem die Totalrevision der Verfassung abgeschlossen. Die Luzerner Reformierten stimmen über die Kirchenverfassung am 6. Dezember 2015 ab.

Ebenfalls einstimmig genehmigt wurde die Jahresrechnung 2014, die trotz geringerem Steuerertrag und dank kontinuierlicher Sparbemühungen ein «annehmbares Ergebnis» verzeichnete. Bei einem Ertrag von 1,7 Millionen Franken weist die Rechnung ein Minus von rund 100’000 Franken aus.

Die angespannte Finanzlage bestimmte auch die Diskussion um das Besoldungsreglement über die Entschädigung des Synodalrats. Unbestritten war der Wunsch, Synodalrätinnen und Synodalräte in Zukunft bei funktionsbedingten Risiken wie Abwahl oder Rücktritt infolge Erkrankung finanziell mit anderen Arbeitnehmenden gleichzustellen. Nach einer Diskussion um weitere Sparmöglichkeiten wurde der Antrag, wie vorgelegt, angenommen. Zusätzlich zum Mutterschutzurlaub wurde ein einwöchiger Vaterschaftsurlaub ermöglicht.

Die Zusammenarbeit mit David A. Weiss, der 28 Jahre Synodalratsmitglied und 22 Jahre Präsident des Synodalrats war, habe für Kontinuität und Verlässlichkeit gesorgt. Dies wurde in der Feierstunde im Anschluss an die Synode unter Aufnahmen des Zwinglizitats gewürdigt «Etwas Tapferes ist gelungen». Es wurde aber auch deutlich, dass Synode und Synodalrat dringend ihre Kräfte bündeln müssen, um die Nachfolge des Präsidiums im Synodalrat regeln zu können.