Synode

Reformierte in Deutschland fordern Abschaffung von Atomwaffen

Die Evangelisch-reformierte Kirche in Deutschland hat einer Erklärung zur Ächtung von Atomwaffen zugestimmt. Der Einsatz solcher Waffen sei ein Verbrechen und müsse weltweit verboten werden.

Die Synode der Evangelisch-reformierten Kirche in Deutschland hat die Bundesregierung aufgerufen, den 2017 von den Vereinten Nationen beschlossenen Atomwaffenverbotsvertrag zu unterzeichnen. Die in Emden im Bundesland Niedersachsen tagenden Delegierten stimmten am 18. November einstimmig einer vom Friedensausschuss vorbereiteten Erklärung zu. Darin heisst es: «Der Einsatz von atomaren Waffen ist ein Verbrechen. Daher fordern wir nicht nur deren Ächtung, sondern darüber hinaus auch ein striktes weltweites Verbot des militärischen und politischen Einsatzes dieser Waffen, sowie ein Verbot ihrer Herstellung und Weiterverbreitung.»

Der Vorsitzende des Friedensausschusses, der hannoversche Theologieprofessor Marco Hofheinz, hatte darauf hingewiesen, dass der Verbotsvertrag im Januar dieses Jahres vom 50. Staat ratifiziert worden sei. Damit sei er völkerrechtlich bindend. Deutschland habe den Vertrag jedoch noch nicht unterzeichnet.

Der Synodale und frühere Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags, Reinhold Robbe (SPD), warnte in der Debatte vor einem Alleingang Deutschlands innerhalb der Nato. Nach längeren Beratungen einigten sich die Delegierten auf die Formulierung, Deutschland möge «im Benehmen mit den Nato-Verbündeten seinen Status der nuklearen Teilhabe beenden, so dass künftig Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr nicht mehr an der Vorbereitungen von Einsätzen atomarer Waffen beteiligt sind».

Zur Evangelisch-reformierten Kirche mit Sitz in Leer gehören rund 165'400 Mitglieder in 143 Gemeinden zwischen Ostfriesland und dem Allgäu. (epd/no)