Raum der Stille Nr. 13: Friedhof Sihlfeld, Zürich

Das Portal ref.ch stellt in einer Serie 15 ausgewählte Räume der Stille vor. Teil 13: Friedhof Sihlfeld in Zürich

(Bild: Michel Gilgen)

Hier liegt Zürich begraben, zumindest ein grosser Teil. Der 1877 eröffnete Friedhof Sihlfeld im Stadtteil Wiedikon ist mit einer Fläche von 28,5 Hektaren gleichzeitig die grösste Grünanlage der Stadt. Berühmte Leute haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden, Johanna Spyri oder Henri Dunant.

Am Eingang ein Denkmal für die im 1. Weltkrieg gefallenen Deutschen aus Zürich. Viele alte Bäume, Tannen, natürlich Zypressen, eine mächtige Rotbuche. Und Grabmale. Ganze Familien sind hier bestattet, alte und weniger alte Menschen, Mütter, im Kindbett verstorben und – besonders schmerzlich – Kinder.

Aber nicht Trauer ist es, die diesen Ort prägt. Es ist die Ruhe. Die Stadt ist nahe, aber der Verkehrslärm ist hier nur noch ein unbestimmtes Rauschen. Stattdessen: Taubengurren und Spatzentschilpen. Ein paar Gärtner harken die Wege und rechen erstes Herbstlaub auf. Eine Frau mit Kinderwagen kommt vorbei. Ein paar Kinder auf dem Velo. Eigentlich dürfen sie das gar nicht, Velofahren ist hier verboten. Egal, sie sind schon wieder weg. Und die Grünfläche macht ihrem Namen wieder alle Ehre: Fried-Hof.


Nächster Raum der Stille: das Rauchen auf dem Balkon

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