Putin: Koran nicht mehr als extremistisch abstempeln

Kremlchef Wladimir Putin entpuppt sich als Religionsfreund: Er wird künftig keine Justizentscheidungen gegen heilige Schriften gewisser Weltreligionen mehr zulassen. Somit können Zitate daraus nicht als extremistisch eingestuft und dadurch verboten werden, wie russische Medien berichten.

Schutz des Höchsten für den Koran in Russland.
Russland plant staatlichen Schutz für den Koran und andere heilige Schriften. (Bild: pixelio.de/Salih Ucar)

Weil ein Gericht auf der russischen Pazifikinsel Sachalin im August das Buch «Bitten an Gott: Ihre Bedeutung und ihr Platz im Islam» wegen Koran-Zitaten als extremistisch einstufte, wurde der Richter vom Präsidenten des islamisch geprägten Tschetschenien Ramsan Kadyrow als «Verräter» beschimpft.

Wladimir Putins Reaktion wird vom Präsidenten Tschetscheniens begrüsst: Putin habe einen «wichtigen und historischen Schritt auf dem Weg zur Konsolidierung der Gesellschaft» getan. Putins Vorlage habe im Parlament höchste Priorität, sagte Duma-Präsident Sergej Naryschkin. Die geplante Gesetzesänderung wird offiziell mit der Religionsfreiheit begründet.

Gewisse Weltreligionen in Russland bevorzugt

In Russland werden die Weltreligionen Christentum, Islam, Judentum und Buddhismus gegenüber anderen bevorzugt. Es wurden zuletzt mehrfach religiöse Schriften unter anderem der Zeugen Jehovas wegen Extremismus-Verdacht beschlagnahmt. Nach Angaben von Menschenrechtlern stufte die russische Justiz insgesamt bereits mehr als 3’000 Publikationen als extremistisch ein. (kath.ch)