Priester in Syrien ermordet: Chronik eines angekündigten Todes

Ende Januar hat ref.ch über den niederländischen Jesuiten Frans van der Lugt geschrieben, der im syrischen Bürgerkrieg mit den Ärmsten ausharrte. Nun wurde er erschossen.


«Die brutale Tötung hat mich mit tiefem Schmerz erfüllt», sagte der Papst am Mittwoch zum Abschluss der Generalaudienz auf dem Petersplatz. Van der Lugt habe sich stets für das Wohl aller eingesetzt und sei von Christen und Muslimen geliebt und geschätzt worden, so Franziskus.

Der niederländische Jesuitenpater Frans van der Lugt (75) war am Montagmorgen in der syrischen Enklave Homs von Unbekannten getötet worden. Nach Aussage des Gouverneurs der Provinz Homs, Talal al-Barazi, sollen Rebellen der Al-Nusra-Front hinter dem Mord stehen.

Van der Lugt, seit rund 50 Jahren in Syrien, hatte sich bis zuletzt geweigert, die umkämpfte Stadt zu verlassen, solange dort noch Hunger und Not herrschten. Auch nach der Ausreise von 1400 Bewohnern unter Führung der Uno im Februar wollte er bei den verbleibenden Bewohnern ausharren.

Angesichts der humanitären Krise hatte er Ende Januar die internationale Gemeinschaft in einer Videobotschaft der Untätigkeit angeklagt. «Es ist unmöglich, dass wir leiden und die Welt nichts tut», sagte er in dem auf Youtube verbreiteten Beitrag, über den auch ref.ch berichtete.