Positiver Abschluss der «Jesus ist»-Kampagne

Die Kampagne «Jesus ist» ermunterte Passanten, «ehrlich, aber fair» auf rund 1500 Plakaten in der Deutschschweiz den Satz «Jesus ist…» weiterzuschreiben. Das hat überraschend gut funktioniert: Viele Beiträge waren positiv, respektvoll und auch witzig.

Ein Plakat der Kampagne beim Zürcher Bellevue.
Ein Plakat der Kampagne beim Zürcher Bellevue. (Bild: zvg)

Ganz risikolos war die gut zweiwöchige Aktion «Jesus ist…» nicht. Denn wer konnte im Voraus wissen, ob die Plakate, die bis kurz nach Ostern hingen, nicht mit Beschimpfungen und Beleidigungen verunstaltet würden? Oder vielleicht noch schlimmer: dass sie einfach leer blieben?

Es kam anders. Auf den Plakaten wurde reichlich kommentiert, wie einige Stichproben in Schweizer Städten zeigen. Und das Geschriebene bewegte sich zwischen fromm, flapsig, kritisch und witzig und zeigte, dass Jesus viele Menschen in irgendeiner Form beschäftigt.

Über 4000 Meinungen online

Rachel Stoessel, Geschäftsführerin des Aktionskomitees «Christen Schweiz», das die Kampagne organisiert hat, sagt: «Wir sind überrascht über die vielen positiven Reaktionen. Es hat wenig Schmierereien oder unflätige Bemerkungen gegeben. Die Passanten haben auf den Plakaten offen ihre Meinung geäussert, was wir uns ja erhofft hatten.» Über 4000 Meinungen seien zudem online eingetroffen.

Es sei ein Grundrespekt spürbar gewesen, sagt Stoessel, aber auch eine ehrliche Auseinandersetzung mit Jesus. Es freue sie zudem, dass die Frei- und Landeskirchen hier zusammengestanden seien und ihre Differenzen, die sie sonst hätten, überwinden konnten.

Gottfried Locher: «Mutiges Zeichen»

Auch Kirchenbundpräsident Gottfried Locher, der im Patronatskomitee der Kampagne war, äussert sich positiv: «Die Plakataktion war ein Erfolg – Tausende haben mitgemacht. Mir gefällt, wenn öffentlich über den Glauben gesprochen wird. Die Aktion ist auch ein mutiges Zeichen für mehr Zusammenarbeit über Konfessionsgrenzen hinaus.»

 

Hier eine Auswahl von Kommentaren:

 

– «Jesus ist in einer Beziehung, aber es ist kompliziert.»

– «…auch nur ein weiterer Prophet.»

– «…machtlos gegen die Plakatgesellschaft.»

– «Er hatte zwölf Liebhaber.»

– «…nicht so mein Ding.»

– «…einer, der nie Religion wollte, sondern Beziehung.»

– «…unehelich.»

– «…ein in Spanien verbreiteter Vorname.»

– «…Plakatmissionsopfer von Frei- und Landeskirchen.»

– «…not in support of Donald Trump.»

 

Im Patronatskomitee der Aktion waren neben Gottfried Locher auch der Kirchenratspräsident von Basel-Stadt, Lukas Kundert, der St. Galler Kirchenratspräsident Martin Schmidt sowie Christina Aus der Au vom Zentrum für Kirchenentwicklung der Uni Zürich. Laut Rachel Stoessel ist eine Auswertung der Aktion geplant, unter anderem mit einer unabhängigen Umfrage. Gekostet hat die Kampagne 250‘000 Franken, finanziert durch Spenden.