Krieg in der Ukraine

ÖRK will russische und ukrainische Kirchen zusammenbringen

Im Oktober soll in Genf ein Runder Tisch mit Kirchenvertretern aus Russland und der Ukraine stattfinden. Die Initiative des Weltkirchenrates könnte Impulse für eine Lösung des Krieges geben, hofft der Vorsitzende Bedford-Strohm.

Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) will sich verstärkt für eine friedliche Lösung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine einsetzen. Ein Runder Tisch von Kirchenvertretern aus beiden Staaten solle zu Gesprächen über den Konflikt zusammenkommen, sagte der Vorsitzende des ÖRK.Zentralausschusses, Heinrich Bedford-Strohm, am Mittwoch in Genf.

«Ich weiss nicht, wie das Resultat aussehen wird», sagte Bedford-Strohm zum Auftakt des Treffens des Zentralausschusses. Er habe aber die Hoffnung, dass die ÖRK-Initiative erfolgreich sein könne. Man dürfe sich nicht nur auf die militärische Logik verlassen. Der Runde Tisch solle im Oktober in Genf stattfinden, erläuterte ÖRK-Generalsekretär Jerry Pillay.

An dem Runden Tisch sollen Vertreter der russisch-orthodoxen Kirche, der beiden orthodoxen Kirchen der Ukraine und des ÖRK teilnehmen. Einzelheiten stehen laut ÖRK noch nicht fest.

Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill I., unterstützt offen den russischen Angriffskrieg und gilt als Vertrauter des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Die russisch-orthodoxe Kirche ist die grösste unter den 352 ÖRK-Mitgliedskirchen. Auf seiner Vollversammlung in Karlsruhe 2022 hatte der Weltkirchenrat, wie der ÖRK auch genannt wird, den russischen Angriffskrieg verurteilt.

Der Zentralausschuss ist das höchste Leitungsgremium des ÖRK zwischen den Vollversammlungen und tagt üblicherweise alle zwei Jahre. Im Ausschuss ist auch die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS) mit einem Delegierten vertreten. (epd/no)