Ökumene-Patriarch beklagt Abschottung unter Orthodoxen

Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. kritisiert nationalistische Tendenzen bei den orthodoxen Kirchen.

Patriarch Bartholomäus I. (Bild: Massimo Finizio/Wikimedia)

In einigen wachse angesichts der heutigen Herausforderungen die Neigung, sich abzuschotten, zitiert das Internetportal «Vatican Insider» vorab aus einem Interview der am Samstag, 4. April, erscheinenden Jesuiten-Zeitschrift «Civiltà Cattolica». Dies behindere auch das Bemühen um die Ökumene.

Das Streben nach Einheit der Christen bezeichnete das Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie jedoch als absolut notwendig. «Wir haben keine Alternative als weiter der Strasse der Versöhnung und der Einheit zu folgen», so der griechisch-orthodoxe Patriarch von Konstantinopel. «Jeder andere Weg wäre ein ehrloser Verrat am Willen des Herrn und eine Rückkehr in die traurige Vergangenheit der Trennung.»

Papstprimat: Reflexhafte Reaktionen bei Orthodoxen und Katholiken

Bei der Frage Papstprimat versus Prinzip der Kollegialität beklagt der Patriarch reflexhafte Reaktionen auf beiden Seiten. Unter Orthodoxen werfe das Thema sofort Erinnerungen an päpstlichen Machtmissbrauch im Mittelalter auf; Katholiken befürchteten dagegen allzu schnell eine Minderung des Papstamtes durch kollegiale Strukturen. Synodalität, die Beratung unter den Kirchenführern, brauche jedoch einen Primus, zeigte sich Bartholomaios I. überzeugt. Dieser müsse stets von der Suche nach Konsens geleitet sein. Papst Franziskus habe in diesem Sinne der Ökumene neue Impulse gegeben. «Wir haben gespürt, dass da etwas Besonderes in ihm ist: seine Integrität, seine Spontanität, seine Wärme.» (kath.ch)