Neuer Glanz für Jerusalemer Grabkapelle

Nach neun Monaten Restaurierung ist das Heilige Grab Christi in Jerusalem der Öffentlichkeit präsentiert worden. Zahlreiche Würdenträger wohnten der Zeremonie in der Grabeskirche am Mittwoch bei.

Fast ein Jahr dauerte die Renovation der Grabeskirche in Jerusalem. Seit 1927 schützte ein Stahlkorsett das Grab vor dem Einstürzen.
Fast ein Jahr dauerte die Renovation der Grabeskirche in Jerusalem. Seit 1927 schützte ein Stahlkorsett das Grab vor dem Einstürzen. (Bild: Wikimedia Commons)

Der gereinigte Schrein erstrahlt nun wieder in seinen rötlich-gelben Originalfarben. Bei den Arbeiten wurde auch die sogenannte Ädikula aus Marmor in Stand gesetzt, mit dem das Heilige Grab überbaut ist. Die Grabeskirche ist an der Stelle erbaut, an der sich laut der christlichen Überlieferung das Grab Jesu befindet. Sie gehört zu den wichtigsten Heiligtümern des Christentums.

Schäden durch Erdbeben und Touristen

Bei den Restaurierungsarbeiten, die im Mai 2016 unter der Leitung von Spezialisten aus Griechenland begonnen hatten, waren Originaldetails der Ädikula freigelegt worden, eines antiken Tempels mit einer Kultnische. Erstmals seit 1810 war zudem das Grabmal geöffnet worden. Die im frühen 19. Jahrhundert errichtete Grabeskapelle war seit einem Erdbeben im Jahr 1927 nur durch ein Stahlkorsett vor dem Einsturz bewahrt worden. Sie litt zunehmend auch infolge der Besuche von täglich Tausenden von Pilgern und Touristen.

«Dies ist nicht nur eine Gabe für das Heilige Land, sondern für die ganze Welt», sagte der griechisch-orthodoxe Patriarch von Jerusalem, Theophilos III., bei der Eröffnungszeremonie, an der unter anderen der griechische Regierungschef Alexis Tsipras teilnahm. Vor der Restaurierung sei das Monument ganz schwarz vom Russ der Kerzen der Pilger gewesen, erläuterte die Chefrestauratorin Antonia Moropoulo. Nun trage es wieder «seine wirkliche Farbe, die Farbe der Hoffnung».

Renovation kostete Millionen

Die neunmonatigen Arbeiten an der Grabeskapelle kosteten umgerechnet rund 3,65 Millionen Franken. Dabei wurde praktisch alles auseinandergebaut, gesäubert und restauriert. Finanziert wurde die Restaurierung von der griechisch-orthodoxen, der römisch-katholischen und der armenischen Kirche, hinzu kamen einige öffentliche und private Spenden. Die drei Kirchen sind auch für die Verwaltung der Stätte verantwortlich. (sda/afp)