Reformierte NE: Kein Ritus für gleichgeschlechtliche Paare

Der Synodalrat der Reformierten Kirche Neuenburg hat am 10. September die Synode informiert, dass er keine Schritte hin zu einem Ritus für eingetragene gleichgeschlechtliche Paare zu unternehmen gedenkt. Man anerkenne zwar das Unrecht gegenüber Homosexuellen, wolle aber zugleich bestehende und künftige Mitglieder nicht brüskieren.

Der Synodalrat der Reformierten Kirche Neuenburg anerkennt zwar das Unrecht gegenüber Homosexuellen, mag aber daran nichts ändern: Auch künftig bleibt es Pfarrpersonen verboten, einen Ritus für Homosexuelle zu feiern. Bild: rt69/Wikimedia

Exakt vier Minuten benötigte der Synodalrat der Reformierten Kirche Neuenburg, um an der Synodensitzung vom 10. September in Malvilliers Stellung zu einem möglichen Ritus für Homosexuelle zu beziehen. Dies schreibt das Portal protestinfo in einer Meldung vom 11. September. Zwar anerkenne der Rat das Leid und Unrecht, welches homosexuelle Menschen empfinden können, allerdings habe im aktuellen Kontext das Thema ein zu hohes Potential, innerhalb der Kirche zu Spannungen zu führen, wie es vor zwei Jahren in der waadtländischen reformierten Kirche geschehen sei. Reformierten Pfarrpersonen ist es somit auch in Zukunft verboten, Riten für gleichgeschlechtliche Paare zu feiern.

Viertelmillion Franken Defizit

Die ausserordentliche Synodensitzung wurde vor allem einberufen, um die Jahresrechnung 2013 abzunehmen. Diese hatte an der ordentlichen Sitzung im Juni nicht vorgelegt werden können. Grund dafür war die krankheitsbedingte längere Abwesenheit einer Angestellten der Zentralverwaltung. «Dieser Ausfall hat uns gezeigt, dass die Organisation schon seit mehreren Legislaturen zu wünschen übrig lässt», sagte der Synodale Jean-Claude Barbezat im Namen der Rechnungsprüfungskommission. So habe man keine Kenntnis davon gehabt, dass die gesamte Buchhaltung auf den Schultern einer einzigen Person ruhe. Nach einer zweistündigen Debatte verabschiedete die Synode den Jahresabschluss 2013 mit einem Defizit von 250 000 Franken. Damit fällt der Verlust weniger stark als budgetiert aus.