Neue Ausrichtung für das Rütli?

Die mythische Gründungsstätte der Eidgenossenschaft am Vierwaldstättersee soll zu einem Ort des Dialogs und der Versöhnung werden. Dies schlägt der neue Geschäftsleiter der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG), der ehemalige Jesuitenpater Lukas Niederberger, gegenüber der «NZZ» vom 27. Juli vor. Die SGG verwaltet das Rütli als «unveräusserliches Nationaleigentum».


In den letzten Jahrzehnten habe man den Mythos «Wiege der Eidgenossenschaft» etwas strapaziert und den Blick stets stark in die Vergangenheit gerichtet, meint Niederberger. Es sei jetzt an der Zeit, dem Rütli eine neue Ausrichtung zu geben. Seines Erachtens könnte das Rütli mit dem Rütli-Haus zu einem «Ort des Dialoges» mit Friedensgesprächen und Mediationen werden. Niederberger denkt etwa an Treffen von Gewerkschaften und Arbeitgebern, Hauseigentümern und Mietern oder «weiteren polarisierten Gruppen».