USA

Methodisten öffnen geistliche Ämter für Homosexuelle

Erstmals haben Menschen, die sich offen zu ihrer Homosexualität bekennen, Zugang zu geistlichen Ämtern in der Vereinigten Methodistenkirche. Das hat die Generalkonferenz mit grosser Mehrheit beschlossen.

Die weltweite Methodistenkirche vollzieht eine historische Wende:  Die Generalkonferenz hat in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina das Ordinations-Verbot für Homosexuelle aufgehoben. Mit einer Mehrheit von 93 Prozent sprachen sich die Delegierten für die Abschaffung des seit über 40 Jahren geltenden Verbots für «bekennende praktizierende Homosexuelle» aus, wie es in einer Mitteilung heisst.

Auch die Einschränkungen für die gleichgeschlechtliche Ehe wurden von der Versammlung gelockert. Neu liegt der Entscheid nun bei den Kirchenvertretern vor Ort: Sprechen sich diese dafür aus, gleichgeschlechtliche Trauungen zu erlauben, müssen sie mit keinen Strafmassnahmen mehr rechnen.

Wie das Portal «United Methodist News» berichtet, sorgte der Entscheid bei den Befürwortern für Beifall und Freudentränen. «Mit der Zustimmung und Akzeptanz der heutigen Beschlüsse erleben wir, wie der Heterosexismus, die Homophobie, der Schmerz und der Schaden in der Vereinigten Methodistischen Kirche aufgelöst werden», wird Pfarrer David Meredith zitiert.

Die Religionsgemeinschaft hat damit ihre Position radikal geändert: Nachdem vor einiger Zeit Stimmen für eine Neubewertung von Homosexualität in der Kirche laut wurden, haben konservative Mitglieder die Gemeinschaft aus Protest verlassen. Vor fünf Jahren wurden bei einer Versammlung sogar die Einschränkungen für gleichgeschlechtliche Ehen und homosexuelle Geistliche nochmals verschärft. (no)