Lutheraner legen Argumentation zum Umgang mit Homosexualität vor

Eine Orientierungshilfe zum kirchlichen Umgang mit Homosexualität hat die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) herausgegeben.


Die Oberkirchenrätin für theologische Grundsatzfragen im Amt der VELKD, Mareile Lasogga, erklärte am 17. Juni in Hannover, bei der Frage nach einer theologisch verantworteten Beurteilung der Homosexualität bestünden «binnen- wie zwischenkirchlich faktisch grosse Spannungen».

Zwischen den Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbunds seien die Differenzen so gravierend, dass die Einheit der Kirche gefährdet sei. Deshalb stelle sich für die Kirchen die Frage, wie sie «mit der Diversität ethischer Urteilsbildungen umgehen» sollten.

In der Orientierungshilfe werden deshalb Möglichkeiten theologisch-ethischer Urteilsbildung am Beispiel des Umgangs mit gleichgeschlechtlichen Partnerschaften vorgestellt, wie die VELKD mitteilte. Die Bischofskonferenz der VELKD habe den Text «beauftragt und zustimmend beraten» und lege ihn «als Diskussionsbeitrag» vor.

«Miteinander auf einem Weg zu bleiben und die Kirche als Gemeinschaft von Brüdern und Schwestern im Gottesdienst und in der Welt zur Darstellung zu bringen, ist der Imperativ, der Christen aufgetragen ist», heisst es abschliessend in dem Text. Das für Christen leitende Ethos habe sich daran auszurichten und das Einende gegenüber dem Trennenden stark zu machen. «Das leitende Prüfkriterium bildet dabei die Frage, ob eine ethische Entscheidung der Verwirklichung der biblisch bezeugten Bestimmung des Menschen und seiner Welt dient oder ihr im Wege steht», betont die Autorin.