Locher über Schneider: «Wacher Geist und grosses Herz»

Kirchenbundspräsident Gottfried Locher hat sich zum angekündigten Rücktritt des EKD-Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider geäussert.


«Nikolaus Schneider hat unserer Kirche viele Jahre geschenkt. In seiner Art hat er dem Amt ein glaubwürdiges Gesicht verliehen», schreibt Gottfried Locher, Ratspräsident des Kirchenbundes, am 30. Juni. Dass Schneider nun dem gemeinsamen Weg mit seiner Frau alle Zeit widmen möchte, sei eine weise Entscheidung, die Locher mit Respekt erfülle. Sie zeige einmal mehr: «Hier sind ein wacher Geist und ein grosses Herz vereint.»

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, hat am 30. Juni seinen Rücktritt angekündigt. Aufgrund der Krebs-Erkrankung seiner Frau wird Schneider Mitte November als Ratspräsident und Mitglied des Rates der EKD zurücktreten.

«Die EKD und der Kirchenbund pflegen namentlich unter Nikolaus Schneider eine intensive, freundschaftliche Zusammenarbeit», heisst es in der Mitteilung weiter. Im vergangenen Oktober habe man einen internationalen Kongress zum Reformationsjubiläum in Zürich durchgeführt. Locher erinnert an die Worte von Schneider zur Reformationsbotschaft: «Menschen – getrimmt auf Leistung und Erfolg – brauchen den anderen Klang, der von der Barmherzigkeit Gottes spricht. Menschen – getrimmt auf die Durchsetzung eigener Vorteile und Interessen – brauchen den anderen Klang, der von der Nächstenliebe spricht.»

Locher zeigt sich auch betroffen von der Erkrankung Anne Schneiders. Er bedauert den Verlust, den die evangelische Stimme in Deutschland und darüber hinaus erleiden werde.