Kritik an Verfassungsentwurf des Kirchenbundes

Der St. Galler reformierte Kirchenratspräsident Dölf Weder hat den Verfassungsentwurf des Kirchenbundes als «zutiefst unreformiert und undemokratisch» kritisiert. Dies berichtete die «Ostschweiz am Sonntag» am 18. August.


Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) möchte sich eine neue Verfassung geben und hat im Juni einen Entwurf in die Vernehmlassung gegeben. Dieser sieht keine Abgeordnetenversamlung (AV) mehr vor, dafür eine jährlich tagende Synode.

Der St. Galler Kirchenratspräsident Dölf Weder hat den Entwurf laut «Ostschweiz am Sonntag» scharf kritisiert: «Der Verfassungsentwurf macht aus dem Präsidium eine Art Bischof oder nationalen Pfarrer.» Einzelne Teile der Reform seien zudem «zutiefst unreformiert und undemokratisch».

Peter Schmid, der den Ausschuss zur Verfassungsreform beim SEK leitet, hat gemäss der Zeitung gesagt: «Wir haben keine Angst vor dem Begriff <Bischof>.» Es seien in der geplanten Rolle des Präsidenten «gewisse bischöfliche Leitungsmomente drin». Schmid nehme bisher bei den Kantonalkirchen sowohl Zustimmung wie Opposition wahr. Die St. Galler Kirche sehe laut «Ostschweiz am Sonntag» den Anlauf aber schon gescheitert und halte eine «grundlegende Neukonzeptionierung» für nötig.

Gemäss Verfassungsentwurf soll – in Anlehnung an die «Evangelische Kirche in Deutschland» – der Kirchenbund neu «Evangelische Kirche in der Schweiz» (EKS) heissen. Geplant ist zudem, alle zwei Jahre einen öffentlichen «Tag der Kirche» durchzuführen. Die AV hatte dem SEK 2011 den Auftrag gegeben, eine neue Verfassung auszuarbeiten. 2014 soll darüber beraten, an der Sommer-AV 2015 dann entschieden werden. Die neue Verfassung könnte 2016 in Kraft treten.