«Wir können und dürfen als evangelische Kirche unsere Augen nicht vor der gesellschaftlichen Realität verschliessen», sagte Schneider am 27. Juni dem Evangelischen Pressedienst (epd). Dagegen wirft der frühere Karlsruher Verfassungsrichter Hans-Joachim Jentsch der evangelischen Kirche vor, nicht mehr hinter dem im Grundgesetz festgeschriebenen Schutz der Ehe zu stehen. Der langjährige EKD-Synodenpräses und SPD-Politiker Jürgen Schmude warnte vor einem «kleinen Kulturkampf» über die Themen Ehe und Lebenspartnerschaft.
In der in der vergangenen Woche vorgestellten Orientierungshilfe mit dem Titel «Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken» fordert der Rat der EKD, alle Familienformen anzuerkennen und zu stärken und schliesst dabei auch etwa Patchworkfamilien und homosexuelle Partnerschaften ein. Konservative Protestanten und Katholiken kritisieren das Papier, weil es in ihren Augen die traditionelle Ehe zwischen Mann und Frau entwertet und die Ökumene schwer belastet.