Jede Taufe heisse einen Menschen in der Kirche willkommen. Sie mache die Kirche lebendig. Die Taufe sei aber zugleich ein Ruf an die Kirchen, ihre Trennungen zu überwinden, schreibt der Kirchenbund in einer Mitteilung vom 17. Juni. Die evangelisch-reformierte, die römisch-katholische und die christkatholische Landeskirchen hätten bereits 1973 gegenseitig ihre Taufe anerkannt. Auf diesen Schritt solle nun ein weiterer folgen: die Ausdehnung der Taufanerkennung insbesondere auf die orthodoxen Kirchen sowie die anglikanische Gemeinschaft.
Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz AGCK habe dazu 2009 eine Arbeitsgruppe mit Vertretern ihrer Mitgliedkirchen eingesetzt, an der sich auch der Kirchenbund beteiligte. Das Ergebnis sei im letzten Jahr in Form einer «Erklärung zur gegenseitigen Anerkennung der Taufe» vorgelegt worden. «Die Abgeordnetenversammlung des Kirchenbundes hat den Rat heute ermächtigt, diese Erklärung zu unterzeichnen», heisst es.
Für den Kirchenbund sei die Erklärung ein wichtiger Schritt für die Einheit der Kirche: Die Taufe stehe in Beziehung zum lebenslangen Wachstum im Glauben. Diese Einsicht ermögliche die Anerkennung der Taufe insbesondere durch orthodoxe Kirchen.
Die Erweiterung der Taufanerkennung könnte noch in diesem Jahr, zum 40-jährigen Jubiläum der Taufanerkennung von 1973, durch das Präsidium der AGCK bekannt gemacht werden. Dies wäre ein starkes ökumenisches Zeichen, ist der Kirchenbund überzeugt.