Der Besuch von Freddy Elbaiady und Ehab El Kharrat stand unter dem Motto «Solidarität mit den Christen im Nahen und Mittleren Osten», wie der Kirchenbund nach der Zusammenkunft mitteilte. Dessen Präsident Gottfried Locher hatte die Parlamentarier während seines Besuches der ägyptischen Christen im Mai 2013 in die Schweiz eingeladen. Am 11. November wurden Elbaiady und El Kharrat als Gäste der Abgeordnetenversammlung in Bern begrüsst.
Der Wahlsieg von Mohammed Mursi habe nicht die versprochene Demokratie gebracht, erklärte Elbaiady laut einer Medienmitteilung. Ganz im Gegenteil seien Minderheiten, darunter auch den Christen, Bürgerrechte abgesprochen worden. Viele christliche Kirchen seien Opfer von Übergriffen geworden. Mehr als 100’000 christliche Familien hätten das Land bereits verlassen.
Evangelische Christen bilden mit weniger als einem Prozent eine absolute Minderheit innerhalb der ägyptischen Bevölkerung, ergänzte El Kharrat. Die Solidarität der Schweizer evangelischen Kirchen sei überlebenswichtig: «Wir brauchen kein Geld, keine Sachleistungen, sondern Ihre Anteilnahme, Ihre Ermutigung und Ihre Gebete – wir brauchen kirchliche Partnerschaften, damit wir den Mut nicht verlieren.» Das Zustandekommen des Treffens in Bern sei ein lebendiger Beweis der Solidarität des Kirchenbundes und seiner sechsundzwanzig Kirchen, sagte Gottfried Locher.
Am 13. November setzen Elbaiady und El Kharrat ihre Reise nach Brüssel fort. Durch Vermittlung der Konferenz Europäischer Kirchen KEK finden dort Gespräche mit Abgeordneten des Europaparlaments statt.