Am 22. September hat das Tessin als erster Schweizer Kanton ein «Burka-Verbot» an der Urne angenommen. 65,4 Prozent der Stimmbeteiligten haben das Verhüllungsverbot gutgeheissen. Aus Sicht von Iras Cotis handelt es sich bei dem Verbot «um Populismus und Stimmungsmache gegen Muslime und Musliminnen», heisst es in der von Vereinspräsidentin Rifat’at Lenzin verfassten Stellungnahme. Das komme gegenwärtig in der Schweiz gut an, schreibt die Muslimin, Theologin und Islamwissenschaftlerin.
Die Schweizer Stimmbürger und Gerichte würden «Farbe bekennen» müssen, ob die von der Bundesverfassung garantierte Religionsfreiheit auch für Muslime und Musliminnen gelte oder nicht. Mit dem Verbot stelle sich das Tessin auf die gleiche Stufe mit Ländern wie Saudi-Arabien, wo die Religionsfreiheit für religiöse Länder ebenfalls eingeschränkt sei.
Iras Cotis ist ein Zusammenschluss verschiedener Religionsgemeinschaften. Der 1992 gegründete Verein will nach eigenen Angaben Toleranz und den gegenseitigen Respekt zwischen den Gemeinschaften fördern. Neben Juden, Christen und Muslimen sind weitere Religionsgemeinschaften vertreten. (kipa)