Institut unterbricht Umfrage über Juden

Das Meinungsforschungsinstitut Demoscope hat am 19. August eine europaweite telefonische Umfrage über die Einschätzung der Juden in der Schweiz unterbrochen. Gewisse Befragte hatten schockiert auf einige antisemitische Klischees reagiert.


Demoscope führte die Befragung seit einer Woche im Auftrag eines deutschen Instituts durch, das den Auftrag seinerseits von einem kanadischen Unternehmen erhalten hatte.

Der Auftraggeber der Umfrage ist nicht bekannt, wie Demoscope-Chef Roland Huber am 22. August sagte. Er bestätigte eine Meldung der Westschweizer Tageszeitungen «24 Heures» und «Tribune de Genève».

Dass der Name eines Auftraggebers nicht bekannt sei, sei in der Branche keine Seltenheit, sagte Huber. So werde die Untersuchung weniger beeinflusst. Die Fragen hätten sich namentlich auf die Präsenz von Juden im Finanzwesen und in der Politik sowie die Solidarität der Religionsangehörigen untereinander bezogen.

Nach mehreren Beschwerden sei die Umfrage gestoppt worden, sagte Huber. Seiner Ansicht nach waren die Fragen tatsächlich ein wenig einseitig.