In Zürich mischt neu die Neuapostolische Kirche in der Ökumene mit

Die Neuapostolische Kirche in der Schweiz hatte lange das Image einer Sekte. Seit einigen Jahren setzt sie sich verstärkt für die Ökumene ein - nun auch in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen im Kanton Zürich.


Die Delegierten der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen im Kanton Zürich (AGKC Kanton Zürich) haben an ihrer Sitzung vom 9. April die Neuapostolische Kirche (NAK) als Gastmitglied aufgenommen. Möglich gemacht habe die Aufnahme eine «weitreichende Öffnung» der NAK in den letzten Jahren, schreibt die Arbeitsgemeinschaft in einer Mitteilung vom 15. April. So pflege diese inzwischen Kontakte zu anderen christlichen Kirchen, stehe der ökumenischen Bewegung offen und beteilige sich am öffentlichen Leben.

Der NAK ist in der Vergangenheit vorgeworfen worden, sektenhafte Züge zu tragen, über eine autoritäre Struktur zu verfügen und den Anspruch zu vertreten, die einzig wahre Kirche Christi zu sein. In der Schweiz gehören ihr rund 33’000 Mitglieder in 160 Gemeinden an. Die Aufnahme als Gastmitglied sei ein «Meilenstein» auf  dem Weg zur Öffnung in die Ökumene, wird der neuapostolische Bischof Rudolf Fässler in der Mitteilung zitiert.

Bereits seit 2014 ist die NAK Gastmitglied der AGCK Schweiz. Dort verlaufen zur Zeit Gespräche über eine Aufnahme als Vollmitglied. Als solches hätte die NAK das Stimmrecht sowie die Möglichkeit, im Vorstand der AGCK vertreten zu sein.

Die AGCK Zürich ist die grösste ökumenische Plattform im Kanton Zürich und hat derzeit 21 Mitgliedskirchen sowie drei Kirchen im Gaststatus. Ziel der Gemeinschaft ist es, das Gespräch unter den Mitgliedskirchen zu fördern und gemeinsame Aktionen zu organisieren. (no)